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Advent, ohne mildernde Umstände

Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil:

Die angeklagte Sehnsucht ist uneingeschränkt schuldig!

Begründung:

Die Sehnsucht hat voll verantwortlich sich selbst hervorgebracht.
So wurde der Gedanke geboren,
nicht mehr warten zu wollen.
Das Auge entdeckte die Gestalt dieser Sehnsucht
und will nicht mehr warten.
Worte gaben Sehnsucht und Gestalt ein „bis morgen“
und das will nicht mehr warten.
Terminkalender gaben der Sehnsucht Unerträglichkeit
und sie will nicht mehr warten.
Berührung gaben der Sehnsucht ein Du
und das will nicht mehr warten.
Die Sehnsucht entblößte ein wir, wir wollen nun nicht mehr warten.

Die Sehnsucht ist schuldig!
Ihr Verbrechen:
nicht mehr warten!

Mildernde Umstände gibt es nur für einen Advent
der auch schön brav nicht mehr will
als ein Advent zu bleiben!

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Ein mächtiger Paukenschlag

Faxbox-Predigt vom 27.10.1999

Es soll ein mächtiger Paukenschlag werden für mehr Menschlichkeit und Gottesfurcht!

60 Konzerte in Kirchen, über ganz Deutschland verteilt, sieht die neue Tournee der 53jährigen vor, bevor sie dann auf der Expo 2000 in Hannover ihre Botschaft, in eher verhaltenen Tönen, einem Weltpublikum präsentieren wird.

Die international als „Rockröhre“ bekannt gewordene Inga Rumpf, 30 Jahre im Musikgeschäft, kennt sich aus. Die Sängerin, Komponistin und Songschreiberin gestaltet ihr künstlerisches Talent auf eher verschlungenen Wegen zwischen Gospel, Soul, Blues, Pop und Rock. Auf der größten Musikmesse der Welt, der „Popkomm“ in Köln, präsentierte sie vor wenigen Tagen ihre neue CD, „Walking In The Light“ (sich im Licht bewegen), und damit auch ihre Botschaft. In einem Gespräch mit der Zeitung „Publik-Forum“, dem Sprachrohr kritischer Christen in Deutschland, bekennt sich die Soul-Sängerin Inga Rumpf zu ihrem Glauben an Gott und Jesus Christus:

„Ja, es gibt einen persönlichen Gott für mich, zu dem ich auch bete …! In meiner kleinen Inga-Seele bin ich dankbar, dass ich ihn habe, diesen persönlichen Gott!“

Zu ihrer Beziehung zur Musik befragt antwortet Inga Rumpf: „Man trifft Gott oder die kreative Schöpfung in so einem Ereignis wie einem Konzert. Musik ist für mich Schöpfung pur! Das durchdringt einen geradezu und man kann gar nicht anders, als Gott zu danken, dass man das erleben darf!“

Ob jedes Konzert die Kraft hat uns so zu durchdringen und die Ahnung hinterlässt, es gibt einen persönlichen Gott, bleibt fraglich und somit dahingestellt. Jedoch wovon diese Künstlerin in ihrem neuen Konzert erzählt, was ihre neuen Songs, dem dann eher überraschten Publikum, berichten wollen, ist eindeutig: „Selig, die arm sind vor Gott, sie betreten das Himmelreich. Selig die Trauernden, die Gewaltlosen, die, die sich nach Gerechtigkeit sehnen, nach Barmherzigkeit und Frieden. Selig, die kein reserviertes Herz haben, sie werden Gott schauen.“

Hier stellt sich nun wohl die Frage nach der Autorenschaft und die Interpretin macht keinen Hehl daraus zuzugeben: „Alles nur geklaut“! Ja, ihr Anliegen ist es einen uns allen bekannten Text aus der Heiligen Schrift, die Seligpreisung, so wie sie uns der Evangelist Matthäus überliefert hat, von ihrer Musik umworben ins Gedächtnis zu rufen: „Blessed are those who mourn, for they will be comforted.“

Eine klare, von hellen Trommeln getragene Stimme ruft in den herbstlichen November: „Selig die Trauernden, sie werden getröstet werden.“

Diese leichten Trommeln, die diese Stimme und ihrer geliehenen Botschaft so viel Zukunft geben, treffen, was all unseren Biographien nicht fremd ist: Die Erfahrung einen Menschen losgelassen haben zu müssen, weil Tod oder Trennung ihn unerreichbar werden ließen. Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag, das ist die Novemberstimmung. Diese Stimmung birgt den Ruf der nackten Realität aller Wahrheit, ob nun heilig oder selig im Sinne unserer Kirche oder einfach nur „nicht mehr da!“. Tage dieses Monats verdichten, was in unsere Lebenserfahrung immer wieder, oft unvorbereitet, hineingestreut ist. Wir können kein Leben festhalten, alles Leben ist uns nur für einen Augenblick oder eine Weile länger geliehen.

Die Eltern, Großeltern und eigenen Kinder, der Geliebte, ob Freund oder Freundin, Nachbarn, Arbeitskolleginnen und -kollegen, der Mensch in unseren Träumen und wir selbst, unser Leben, einfach geliehen, nur geliehen um irgendwann, vielleicht schon morgen, losgelassen werden zu müssen. Tod und Trennung sind die Ohrfeigen in das Gesicht des Lebens derer, die nicht bereit sind zu begreifen und unverdrängt zu akzeptieren, dass alles was atmet, der Atemlosigkeit entgegengeht. Leben heißt loslassen mit dem Recht, traurig zu sein! Und dann? Was dann? War es das? Ist es die einzige Realität nichts festhalten zu können, das Leben einfach nur für Augenblicke gezeigt zu bekommen, Leben geliehen, Verfallsdatum unausweichlich? Ja. Ja, so ist es und wer anderes sagt, der lügt. Denn wer etwas anderes behauptet, hat keinen Respekt vor dem, was wir oft so schmerzlich erfahren: Der Tod in der Trennung, der Tod im Sterben ist Wahrheit und so der Urschrei aller Trauer. Selig die Trauernden? Selig, die loslassen müssen? Selig, die dann einfach nichts mehr haben?

Auf-gehoben die Trauernden? Auf-gehoben, die loslassen müssen? Auf-gehoben, die dann einfach nichts mehr haben?

Alles Lüge? Muss die Tröstung unseres Evangeliums nicht kapitulieren vor der nackten Wahrheit, dass Traurige trostlos zu bleiben? Ja! Das Evangelium bleibt hohl und der Trostsuchende verlassen, wenn dieses Evangelium zu billigem Trost missbraucht wird.

Selig sind die, die trauern, die, die weinen, die nicht verstehen, warum sie loslassen muss;ten, die einfach nicht wahrhaben wollen „diesen Mensch gibt es nicht mehr für mich“. Selig sind die, die in der Brust den Schmerz nicht aushalten können. Selig die, die nicht mehr weiter wissen!

Dieses Evangelium bleibt, wie schon gesagt, hohl wenn es nicht ernst genommen wird. „Sie werden Trost finden!“ Wann? Jetzt? Gleich? Irgendwann?

Sie werden Trost finden! Ja, sie werden Trost finden. Nicht mehr, auch nicht weniger. Aber wann? Wir werden Trost finden und die Antwort auf die Frage „wann“ kann nur eine individuelle Antwort sein. Ganz persönlich wird nur jeder einzelne sagen können, ob, wie und wann er Gottes Trost erfahren hat.

Hierzu eine ganz persönliche Antwort aus dem Interview mit Inga Rumpf:

„Ich glaube, ich kann es mit einem Lied erklären. Ich habe mal eins geschrieben mit dem Titel „In the 25th hour“. Diese 25. Stunde: Sie ist sozusagen ungesetzlich, sie existiert außerhalb der Gesetzmäßigkeiten der genormten, vertakteten Welt. Die 24. Stunde wird überschritten – und das Chaos beginnt. Aber gerade da, wo es anfängt, entstehen Sterne. Dann gelingt es mir, mich frei zu fühlen von Zeit und Raum, eine Transzendenz zu spüren, die meine ganze Kreativität freisetzt. In dieser Stunde kommt Gott zu mir.“

 

Ja, ich glaube, ich kann es mit einem Lied erklären!

Tod, mein Gesicht will ich dir geben

Tod, mein Gesicht will ich dir geben, magst du formen,
was seinen Muskeln fremd.

Der Liebe letzte Atem klebt zu schwer an meinen Knochen,
noch zu straff lügt meine Haut vergangenen Sinn.

Ich will nun gehen und mein Gesicht mit letzter Kraft verlieren,
warum noch halten, was so offenkundig ohne Wert.

Du Herz, hör auf, mit deinen Takten mich zu schlagen,
meine Augen sind beraubt, zu leer,
in ihren Tränen ist verdorrt der Liebe Namen,
schließe sie, lass endlich ruhen,
damit sie künden, was sie sehen.

Totenkopf, erzähle, wer ich bin,
verbrannte Liebe, mit dir erlöscht Sinn.

Tod, mein Gesicht will ich dir geben,
nur du fängst weggeworfenes Leben ein.

Tod, fange auf mein Leben,
Gesicht gestorben, gib nicht auf,
mag dich ein Lächeln neu beleben,
so wird im Tod ein Sinn erstehen.

Ja, ein Lied kann erzählen! Welch ein Geschenk ist ein Lied, ein ganz persönliches Lied, unser Lied vom tröstenden Gott: Selig seid ihr.

Diese Ansprache erschien als Faxbox-Predigt des Bergmoser + Höller Verlags. „Tod, mein Gesicht will ich dir geben“ aus: „Dank Dir auf den Leib geschrieben – Ein Geschenk zum Weiterdenken“ erschienen beim Bergmoser + Höller Verlag, 1999.

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Bild

Du hast ein Bild,
so soll es sein

Du hast ein Bild,
anders wäre es nicht dein

 

Du hast ein Bild
so klar wie nie

Du hast ein Bild
siehst seinen Sieg

 

Du hast ein Bild
dir ist so wohl

Du hast ein Bild
es macht dich froh

 

Du hast ein Bild
in deiner Welt

Du hast ein Bild
das einen Mensch entstellt – schon gestern

Aus „Dank Dir auf den Leib geschrieben – Ein Geschenk zum Weiterdenken“ erschienen beim Bergmoser + Höller Verlag, 1999.
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Ausgeliefert an unser Lebensglück – doch Du bist uns nahe

Jugendgottesdienst der Anna-Woche 1999 in Düren

Was habt ihr zu bieten? Könnt ihr mithalten? Habt ihr begriffen, was wirklich abgeht? Seid ihr gut drauf, habt ihr das Feeling für das Leben, wo es so richtig brummt?

Ich glaube nicht! Schaut euch doch an. Gehört ihr zu den Schönen? Habt ihr genug Knete für schneller, höher, weiter? Na, wie schaut es denn aus mit dem Body? Seid ihr noch die Häschen, die vor sich herhoppeln und flüstern: Ich kann heute abend nicht, ich hab noch ein Date! Mega out! Ihr habt nicht begriffen! Man hat Events zu haben, keine Dates. Versteht ihr, Love Parade, Christopher Street Day, da sind die Millionen, nicht hier! Wo sind die Handies, ich höre keine Handies? Ihr seid nicht zu erreichen, das Leben brummt an euch vorbei! Dumm gelaufen! Ihr müsst heute schon die Klamotten aus dem Sommerschlussverkauf 2001 um eure Gräten wickeln. Und eure Computerspiele? Als ihr vor einer halben Stunde den Kasten ausgemacht habt, meintet ihr noch die Kings zu sein. Wenn ihr wieder aufs Knöpfchen drückt, seid ihr schon von gestern, die Spiele sind schon längst getoppt. Ihr seid schon wieder zu spät und den, der zu spät kommt, bestraft ja bekanntlich das Leben.

Aber, ich habe schon begriffen! Ihr macht hier momentan nur eine kleine Pause und danach seid ihr wieder die Tiger, die Trendsetter, schrill, laut, Leben live, von Event zu Event, alles am Mann, alles an der Frau, einfach nur grell.

Es gibt halt Leute, die brauchen nicht erst gebeten zu werden: „Komm doch, rück nach vorne, für dich ist in der ersten Reihe ein Platz frei.“ Nein! Die sitzen einfach immer in der ersten Reihe, nicht bei den öffentlich rechtlichen, nein, im Leben! Also, ich will hier nichts mieser machen als es manchmal ohnehin schon ist. Zugegeben: Bei der Love Parade konnte ich nicht, beim Christopher Street Day war ich in Köln. Mein Handy liegt in der Sakristei. Für Computerspiele bin ich zu doof. Auf Klamotten lege ich auch ein bisschen wert. Und es bedeutet mir sehr viel mit euch heute abend Gottesdienst zu feiern. Meine momentane Lieblingsinterpretin ist Cher und der Titel, der mich nicht stillsitzen lässt ist „All or nothing“, direkt gefolgt von „believe“. Mit Freunden und Freundinnen tanze ich: „All or nothing“ und ich habe mich für „all“ und gegen „nothing“ entschieden.

Ich tanze weil ich noch Träume habe. Ihr wißt doch, was Träume sind! Ich träume den Menschen meine Liebe, dessen Hand mich hält und der mir seine Nähe schenkt. Ich träume davon, so sein zu wollen, wie Gott mich gemacht hat und ob das nun allen anderen paßt oder nicht ist mir egal. Ich habe keinen Bock auf jeden Trend. Ich möchte tun was schön ist und laut behaupten können: „Perfekt bin ich nicht aber auch nicht fertig!“

Ich träume von Menschen mit Zivilcourage, die nicht von der Masse sich treiben lassen nach dem Motto: „Freßt Scheiße, ne Million Fliegen können sich nicht irren!“ Nein! Ich träume von Menschen, die protestieren, wenn andere Menschen in die Enge getrieben werden, wenn Gewalt im Großen wie im alltäglichen regiert oder irgendwelche selbsternannten Moralapostel entscheiden, welches Lebensgefühl erlaubt ist und welches nicht in unsere Gesellschaft paßt.

Ich träume von Menschen, die begriffen haben, dass niemand sich selbst gemacht hat, sondern dass jeder von uns ein einmaliges Geschenk ist. Jeder von uns ist darüber hinaus ein beschenktes Geschenk, beschenkt mit dieser zerbrechlichen Schöpfung, unserem Planeten Erde.

Ein Sommertag, den Menschen, den wir lieben, ein Schluck Wasser und frisches Brot, den Duft einer Blume, Wind um die Nase, Worte mit Verstand, welch ein Geschenk, und dann noch ein Lied und die Lust zu tanzen. Ja, ihr kennt diese Träume, es sind auch eure Träume.

Ich tanze, weil ich mich entschieden habe, gegen ein „nothing“ und für ein „all“! Ein „all“ auf der Seite des Geschenkes Leben. Davon träume ich, von Menschen auf der Seite des Lebens. Ich tanze, weil ich Träume habe, doch Träume von Menschen habe ich, weil ich glaube.

Ich glaube diesem Jesus von Nazareth, dem Sohn Gottes. Seinem Wort glaube ich, denn er spricht von diesem „all“,s weil er gegen ein „nothing“ ist. Er ist für das „alles für das Leben“, er ist für das Überleben der Menschen und dafür hat er alles gegeben. Dafür lohnt es sich immer wieder hier zu treffen um Ihn mitten unter uns zu feiern. Ihm Dank zu sagen, um so immer neuen Mut zu sammeln für ein „all“ und gegen ein „nothing“. Ich tanze, weil ich vom und für den Menschen träume, ich träume, weil ich an Gott und die Gemeinschaft mit Ihm glaube.

Nochmals die Frage, die ich am Anfang gestellt habe: Was habt ihr zu bieten? Könnt ihr mithalten? Habt ihr begriffen, was wirklich abgeht? Menschen, die aus Freude noch tanzen können, die tanzen, weil sie Träume vom Menschen haben und die träumen können, weil sie glauben an unseren Gott des Lebens, die haben was zu bieten und die haben wirklich begriffen. Die haben mehr begriffen, als für Knete an schneller, höher, weiter, schriller zu haben ist. Die haben begriffen: Freude an dem Leben zu haben, so wie Gott es uns geschenkt hat und er es uns spüren lässt. Zu träumen vom Menschen auf der Seite des Lebens mit Zivilcourage, Mut und Visionen. Zu glauben an Gott in Jesus Christus, der alles für unser Leben und Überleben getan hat.

Aber wenn wir dann merken, dass wir doch noch eine ganze Menge falsch gemacht haben, uns selber nur schwer annehmen können, am Leben auch gelitten haben, wenn uns der Mut fehlte gegen den Strom zu schwimmen, da wo wir es richtiger fanden und dann da stehen mit dem Gefühl nicht alles sondern „nothing“ zu haben! Dann gilt diese Einladung Jesu auch uns: „Komm, verstecke dich nicht dahinten. Komm nach vorne, nimm Platz im Leben.“

Ein Wunsch für dich

Ich bitte nicht, du mögest niemals so einen Schmerz in deinem Leib zwischen Herz, Fleisch und Muskeln spüren, der dir Angst einflößt, unwissend, ob er vergeht oder Anfang deines Endes ist?

Ich bitte nicht, dir möge die Frage erspart bleiben, geht das mit dem Geldverdienen weiter, werde ich in Zukunft meine Fähigkeiten einbringen können, finde ich morgen noch Bestätigung?

Ich bitte nicht, der Zweifel möge niemals an dir nagen: Was bin ich noch wert, werde ich nicht doch eines Tages weggeworfen, liebt mich überhaupt noch ein Mensch, bin ich nicht einfach nur ein überflüssiges Auslaufmodell?

Ich bitte nicht, dir möge dieses große schwarze Loch ohne jeden Halt erspart bleiben, in das du einfach nur hineinstolperst.

Ich wünsche dir nicht, dass all das nicht geschehen möge, was geschehen wird.

Mein Wunsch für dich:

Haut, die dich streichelt und hofft aus Liebe gestreichelt zu werden.
Hände, die dich schützen und die du zu halten dich sehnst.
Augen, die dir nachgehen und die du entdeckst.
Ein Wort, das dich trägt, fremd der Lüge und ein Mund, der es nie vergissst.
Ich wünsche dir ein du und diesem du dich bis dorthin, wo uns nichts mehr halten kann!

Diese Predigt wurde im Rahmen der Anna-Woche 1999 in St. Anna, Düren gehalten. „Ein Wunsch für Dich“ aus: „Dank Dir auf den Leib geschrieben – Ein Geschenk zum Weiterdenken“ erschienen beim Bergmoser + Höller Verlag, 1999.

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Ausgeliefert an unser Lebensglück – doch Du bist uns nahe

Erwachsenengottesdienst der Anna-Woche 1999 in Düren

Es gibt Sätze in der heiligen Schrift, die gehen schlicht und ergreifend an der Realität vorbei! So dieser Satz aus dem heutigen Evangelium: „Wenn du also eingeladen bist, setze dich lieber, wenn du hineinkommst, auf den untersten Platz: dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf.“ Es geht hier um ein Hochzeitsfest, ein Ort der Lebensfreude, der damals wie heute unter dem Motto steht: „Lust for Life“. Damit das Fest nun aber für die Gäste auch keine Enttäuschung wird, mahnt der Erzähler den Gast zur Bescheidenheit, also auf den hintersten Plätzen Platz zu nehmen, um dann eventuell durch den Gastgeber hofiert, der Ehre des besseren Platzes zuteil zu werden. Ob diese Rechnung heutzutage noch auf geht, wage ich zu bezweifeln. Wenn ich dieses Gleichnis nun aber über das Hochzeitsfest hinaus auf den Lebensstil und das Verhalten unserer Gesellschaft übertrage, dann, so glaube ich, ist diese Verhaltensweise der Bescheidenheit die Garantie für den Misserfolg. Wer sich in unseren primären und sichtbaren Verhaltensweisen dessen, was wir Gesellschaft nennen, auf die hinteren Plätze begibt, hat sich für das Abseits entschieden und wird da auch bleiben.

Heute müssen wir uns täglich neu anstrengen um im Leben vorne zu agieren. Das suggerieren uns die Medien, erwartet die Wirtschaft und propagiert das immer coole Verhalten derer in unserer Gesellschaft, die von sich selber meinen, immer auf der Lebensbühne im Rampenlicht zu stehen.

Und was haben Sie zu bieten? Können Sie mithalten? Haben Sie begriffen, was wirklich abgeht? Haben Sie das Feeling für das Leben wo es so richtig brummt? Schnell muss es sein, schrill, laut, kompetent, flexibel, Trendorientiert. Ohne Handy sind sie abgeschnitten von der ad hoc Kommunikation. Computer ist ein Muss, die neuesten Computerspiele ein Gradmesser ob jemand am Puls des Lebens ist oder nicht. Events sind heute gefragt, die Millionen von Menschen sind nicht hier sondern auf der Love Parade, auf dem Christopher Street Day oder sonst bei einem eventverdächtigen Happening. Manche werden von Ihnen nun sagen damit habe ich nichts zu tun! Aber trotzdem Leben Sie in einer sich so ausrichtenden Gesellschaft und werden in ihr an diesen Entwicklungen auch gemessen. Ich will hier nichts mieser machen als es manchmal ohnehin schon ist. Zugegeben: Bei der Love Parade konnte ich nicht, beim Christopher Street Day war ich in Köln. Mein Handy liegt in der Sakristei. Für Computerspiele bin ich zu doof. Auf Klamotten lege ich auch ein bisschen wert. Und es bedeutet mir sehr viel, mit euch heute abend Gottesdienst zu feiern. Meine momentane Lieblingsinterpretin ist Cher und der Titel, der mich nicht still sitzen lässt ist „All or nothing“ direkt gefolgt von „believe“. Mit Freunden und Freundinnen tanze ich: „All or nothing“ und ich habe mich für „all“ und gegen „nothing“ entschieden.

Ich tanze weil ich noch Träume habe Sie wissen doch, was Träume sind! Ich träume den Menschen meiner Liebe, dessen Hand mich hält und der mir seine Nähe schenkt. Ich träume davon, so sein zu wollen, wie Gott mich gemacht hat und ob das nun allen anderen passt oder nicht ist mir egal. Ich habe keinen Bock auf jeden Trend. Ich möchte tun was schön ist und laut behaupten können: „Perfekt bin ich nicht aber auch nicht fertig!“

Ich träume von Menschen mit Zivilcourage, die nicht von der Masse sich treiben lassen nach dem Motto: „Fresst Scheiße, ne Million Fliegen können sich nicht irren!“ Nein! Ich träume von Menschen, die protestieren, wenn andere Menschen in die Enge getrieben werden, wenn Gewalt im Großen wie im alltäglichen regiert oder irgendwelche selbsternannten Moralapostel entscheiden, welches Lebensgefühl erlaubt ist und welches nicht in unsere Gesellschaft passt.

Ich träume von Menschen, die begriffen haben, dass niemand sich selbst gemacht hat, sondern das jeder von uns ein einmaliges Geschenk ist. Jeder von uns ist darüber hinaus ein beschenktes Geschenk, beschenkt mit dieser zerbrechlichen Schöpfung, unserem Planeten Erde.

Ein Sommertag, den Menschen den wir lieben, ein Schluck Wasser und frisches Brot, den Duft einer Blume, Wind um die Nase, Worte mit Verstand, welch ein Geschenk, und dann noch ein Lied und die Lust zu tanzen. Ja, sind das nicht auch Ihre Träume?

Ich tanze, weil ich mich entschieden habe, gegen ein „nothing“ und für ein „all“! Ein „all“ auf der Seite des Geschenkes Leben. Davon träume ich, von Menschen auf der Seite des Lebens. Ich tanze, weil ich Träume habe, doch Träume von Menschen habe ich, weil ich glaube.

Ich glaube diesem Jesus von Nazareth, dem Sohn Gottes. Seinem Wort glaube ich, denn er spricht von diesem „all“ weil er gegen ein „nothing“ ist. Er ist für das „alles für das Leben“, er ist für das Überleben der Menschen und dafür hat er alles gegeben. Dafür lohnt es sich immer wieder hier zu treffen um Ihn mitten unter uns zu feiern. Ihm Dank zu sagen, um so immer neuen Mut zu sammeln für ein „all“ und gegen ein „nothing“. Ich tanze, weil ich vom und für den Menschen träume, ich träume weil ich an Gott und die Gemeinschaft mit ihm glaube.

Nochmals die Frage, die ich eben gestellt habe: Was haben Sie zu bieten? Können Sie mithalten? Habt Sie begriffen, was wirklich abgeht? Menschen, die aus Freude noch tanzen können, die tanzen, weil sie Träume vom Menschen haben und die träumen können, weil sie glauben an unseren Gott des Lebens, die haben was zu bieten und die haben wirklich begriffen. Die haben mehr begriffen, als für Geld an schneller, höher, weiter, schriller zu haben ist. Die haben begriffen: Freude an dem Leben zu haben so wie Gott es uns geschenkt hat und er es uns spüren lässt. Zu träumen vom Menschen auf der Seite des Lebens mit Zivilcourage, Mut und Visionen. Zu glauben an Gott in Jesus Christus, der alles für unser Leben und Überleben getan hat.

Aber wenn wir dann merken, dass wir doch noch eine ganze Menge falsch gemacht haben, uns selber nur schwer annehmen können, am Leben auch gelitten haben, wenn uns der Mut fehlte gegen den Strom zu schwimmen, da wo wir es richtiger fanden und dann da stehen mit dem Gefühl nicht alles sondern „nothing“ zu haben! Dann gilt diese Einladung Jesu auch uns: „Komm, verstecke dich nicht dahinten. Komm nach vorne, nimm Platz im Leben.“

So geht es im Evangelium nicht darum auf Sparflamme zu leben. Das Evangelium lädt uns ja ein, unser Leben zu feiern und gibt uns sogar einen Tip, wie wir aus damaliger Sicht noch mehr Lebensqualität in der ersten Reihe bewerkstelligen können. Doch auch in der „ersten Reihe“ unseres Lebens zu sitzen, also Leben primär und subjektiv als gelungen erlebt zu haben, ist bei Gott noch nicht die allererste Reihe. Er hat mehr zu geben! Er bietet uns die erste Reihe des Überlebens an und in der können wir uns nicht so einfach hinsetzen. In diese „göttliche erste Reihe des Lebens“ können wir nur von Ihm gebeten werden.

Auf dem Weg dorthin mein Wunsch für Sie:

Ich bitte nicht, du mögest niemals so einen Schmerz in deinem Leib zwischen Herz, Fleisch und Muskeln spüren, der dir Angst einflößt, unwissend, ob er vergeht oder Anfang deines Endes ist?

Ich bitte nicht, dir möge die Frage erspart bleiben, geht das mit dem Geldverdienen weiter, werde ich in Zukunft meine Fähigkeiten einbringen können, finde ich morgen noch Bestätigung?

Ich bitte nicht, der Zweifel möge niemals an dir nagen: Was bin ich noch wert, werde ich nicht doch eines Tages weggeworfen, liebt mich überhaupt noch ein Mensch, bin ich nicht einfach nur ein überflüssiges Auslaufmodell?

Ich bitte nicht, dir möge dieses große schwarze Loch ohne jeden Halt erspart bleiben, in das du einfach nur hineinstolperst.

Ich wünsche dir nicht, dass all das nicht geschehen möge, was geschehen wird.

Mein Wunsch für dich:

Haut, die dich streichelt und hofft aus Liebe gestreichelt zu werden.
Hände, die dich schützen und die du zu halten dich sehnst.
Augen, die dir nachgehen und die du entdeckst.
Ein Wort, das dich trägt, fremd der Lüge und ein Mund, der es nie vergissst.
Ich wünsche dir ein du und diesem du dich bis dorthin, wo uns nichts mehr halten kann!

Diese Predigt wurde im Rahmen der Anna-Woche 1999 in St. Anna, Düren gehalten. „Ein Wunsch für Dich“ aus: „Dank Dir auf den Leib geschrieben – Ein Geschenk zum Weiterdenken“ erschienen beim Bergmoser + Höller Verlag, 1999.

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Christopher Street Day

Faxbox-Predigt vom 18.7.1999

Schrill, grell, laut, obszön, unmoralisch und bizarr, so stehen viele von uns dem gegenüber, was die Medien in den vergangenen Tagen und Wochen in unsere Wohnzimmer oft live übertrugen. So mancher von uns hat sich dann der Tatsache erfreut, über Kabel oder eine „Schüssel“ zu verfügen, um sich schleunigst in ein anderes Programm zu zappen in der Hoffnung, solchem Spektakel nicht weiter ausgesetzt zu sein. Mancher hässlicher Fluch galt dann doch noch einigen Fernsehmachern, weil es gar nicht so einfach war, den Berichten anlässlich des Christopher Street Days oder der Love-Parade, dem Raver-Fest in der Hauptstadt zu entgehen. Diese Mega-Fete in Berlin, mit über 1,4 Millionen Menschen, relativ gewaltfrei und einer Hinterlassenschaft von 200 Tonnen Müll, lässt sich eher abtun als ein alljährliches Phänomen, das kommt und nach 3 Tagen einfach wieder verschwunden ist. Allerdings bleibt die Frage offen, irgendwo müssen doch die über eine Million, meist junge Menschen herkommen. Warum nicht einige auch aus unserem Bekanntenkreis?

Bedenklicher jedoch, ja fast bedrohlich, wirken auf viele von uns die Umzüge der Homosexuellen, die sich selber schwul und lesbisch nennen und mit viel Getöse, oft halb nackt, geschminkt, verkleidet in frivol anmutenden Gesten zu zig Tausenden durch die Straßen unserer Groß- und nicht nur Groß-Städte ziehen und Millionen Zaungäste auf den Plan rufen.

Müssen wir dieses Unkraut nicht rausreißen, um das Gute zu schützen?

Von der Polizei im Auftrag der Politiker, auch mitgetragen von den „guten Bürgern und Bürgerinnen“, wieder einmal 1969 in der Christopher Street, im Schwulenviertel von New York, verfolgt und in den landesüblichen Razzien diskriminiert, leisteten Schwule Widerstand. Dies war die Geburtsstunde des Christopher Street Days weltweit.

Müssen wir dieses Unkraut nicht rausreißen, um das Gute zu schützen?

Vor 30 Jahren sammelten Homosexuelle allen Mut sich nicht mehr schlagen, ausgrenzen ja verfolgen zu lassen. Sie protestierten für das Leben, welches sie in sich spürten und verlangten ihr Leben offen und ehrlich gestalten zu können.

Müssen wir dieses Unkraut nicht rausreißen, um das Gute zu schützen?

Gedicht eines jungen schwulen Mannes

Als ich wieder einmal wach wurde, schlief ich zum
ersten Male in meinem Leben nicht mehr.

Im Spiegel sah ich nur das Gesicht eines Schwulen.
Wie fremd und doch vertraut ich mir war.
Ich wollte mich, so wie ich mich fühlte,
aber wohin mit diesem Haß?

Oft schlief ich wieder ein, wach blieb,
was nicht mehr schlafen wollte.

Jahre später erzählte ich meiner Mutter meinen Traum:
Mutter antwortete: Ich habe dich nicht so gewollt, du hast
dich nicht so gewollt, also hat Gott dich so gewollt.
Nun konnte ich schlafen.

Müssen wir dieses Unkraut nicht rausreißen, um das Gute zu schützen?

Wäre das die Antwort, die wir dem jungen Mann geben würden, der dieses Gedicht geschrieben hat: Dein schwules Leben ist Unkraut, es gehört rausgerissen, damit das Gute ungestört wachsen kann!

Der Beginn unseres Evangeliums gibt uns nur eine grobe Orientierung. In diesem Gleichnis teilt der Gutsherr die Sorge seiner gut meinenden Knechte nicht und ordnet an, das Unkraut sowie den Weizen bis zur Ernte erst einmal wachsen zu lassen! Am Ende des Evangeliums, an dem Jesus das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker seinen Jüngern erklärt, bekommt das Gleichnis für diejenigen eine dramatische Wende, die homosexuelles Leben wie Unkraut eher rausgerissen sehen wollen. Diejenigen also, die der Meinung sind, Homosexualität könne man sich abgewöhnen, sei eine heilbare Krankheit oder eine Abart des Lebens, die zu unterdrücken sei.

Die dramatische Wende, die nun zum Umdenken aufruft besteht nicht in der Frage, ob Homosexualität ein Unkraut sei, das, um das Gute zu schützen, bis zur Ernte – dem Ende der Welt – geduldet werden soll.

Der Aufruf Jesu zum Umdenken besteht darin, wie Jesus das Unkraut deutet und so sagt er: „Das Unkraut sind die Söhne des Bösen!“. Somit stellt sich die Frage: Wer ist hier das Unkraut? Der junge, schwule Mann, der dieses Gedicht geschrieben hat? Oder die Mutter, die sagt: „Ich habe dich nicht so gewollt, du hast dich nicht so gewollt, also hat Gott dich so gewollt.“. Oder sind nicht diejenigen im Gleichnis als Unkraut zu bezeichnen, die sagen: Schwules und lesbisches Leben darf nicht sein!

Eines ist doch sicher: Dem homosexuellen Menschen, der sein Leben so vorfindet und ein Geschöpf Gottes ist, wie jeder anders normale auch, können wir nicht vorwerfen, ein böser Mensch zu sein, nur weil er schwul oder lesbisch ist und der sein Leben annehmen möchte, so wie Gott ihn und sie geschaffen hat.

Wer dieses Gleichnis benutzen will, um andere Menschen auszugrenzen und zu verurteilen, steht nicht auf der Seite unseres Gottes, der das Leben aller Menschen liebt und es in Güte segnet. Im Bild dieses Gleichnisses werden die ins Feuer geworfen, die „andere verführen und Gottes Gesetzte übertreten“. Gottes Gesetz wird aber in den Fällen deutlich übertreten und somit missachtet, wenn Menschen der Respekt vor dem Leben eines anderen Menschen fehlt. Jeder Mensch, egal wie er sein Leben vorfindet, beziehungsweise wie er es gestaltet, ist eine Gabe Gottes. Wer dieser Gabe Gottes nicht mit Würde und Achtung begegnet, missachtet die Würde dessen, der Leben schenkt, verachtet so Gott selbst.

Wie nun Homosexuelle ihr Leben gestalten, müssen sie ,wie jeder andere auch, vor dem eigenen Gewissen und vor Gott verantworten. Ob diese Lebensgestaltung in den Augen Gottes gelungen ist oder nicht, bleibt Gott allein an dem Tag überlassen an dem er Gericht halten wird und uns eventuell zwei Fragen stellt: Hast du meine Würde in deinem eigenen Leben so wie in dem Leben des anderen geachtet? In diesem Ereignis dann wird sich endgültig herausstellen, wer guter Samen ist und somit Sohn und Tochter des Reichs Gottes oder wer das Unkraut ist, Sohn und Tochter des Bösen.

Sicherlich bedeutet das nicht solche Events wie die Love-Parade oder den Christopher Street Day toll finden zu müssen und im nächsten Jahr nichts eiligeres zu tun zu haben, als mit dabei zu sein. Das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker ist keine Geschmacksfrage, sondern der Aufruf zur Gerechtigkeit und zu vorurteilsfreier Akzeptanz des Lebens der Menschen, so wie Gott es uns geschenkt hat.

Diese Ansprache erschien als Faxbox-Predigt des Bergmoser + Höller Verlags.

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Nur geliehen

Wenn ich nun wüsste
meine Zeit sei abgelaufen
und nur ein Tag mir noch geliehen
dann werde ich in deinem Arm mich halten
und deine Lippen streichelnd lauschen
das Leben erzählend das uns gemeinsam nur geliehen.

Mit dir werd ich die Frage
warum schon ich
herunterschlucken
um nun
in jedem vergangenen Geschehenen
neu erkennen müssen
ich ward mir nur geliehen!

Du verstehst, geliebter Mensch
dem auch ich nur ward geliehen
warum ich einen Happen letzter Zeit
verschenke für ein Prost an liebe Menschen
und einen Augenblick für stillen Dank.

So Vieles nahm ich
selbstverständlich
verlor das Gefühl für ein Geschenk
die Zeit ist nun jedoch verstrichen
mag Gott mein letztes Danke hören
und zu denen tragen
die mir so viel gaben

Du, der du mir ja auch nur bist geliehen
schenk Wärme unseren guten Freunden aus
mit einem Gruß aus meinem Herzen
das ganz nur dir geliehen.

Kaum bleibt die Zeit in der Erinnerungen zu reisen
und vergilbte Bilder in unseren Herzen anzusehen
unmöglich diese Orte zu berühren
die so stark für unser Leben stehen.

Viel Zeit frist mir nun der Gedanke
welch letztes Wort wohl meine Lippen …
wer wird endlich meine Auge …
und die Frage
warum ich
ist langst noch nicht verdaut

So gerne würde ich dies Lied noch einmal hören
„welch ein Geschenk“
das gab mir Kraft
und ließ in Traurigkeit mich spüren
wie reich mein Leben bisher schon bedacht.

Ein letzter Tag wird keine neuen Chance haben
zu kurz die Zeit Vertrautes noch zu sehen
zu sagen was mein Herz bisher verborgen
und neben all den Mensch
mit Dank in meinen Händen stehen

So vieles wünscht ich noch zum Ende nun zu führen
und halten
meinen geliebten Menschen still
um diese erdge Frage nicht zu spüren
warum schon ich.

Da bäumte sich eine Bitte auf
Gott möge einen Tag hinzu mir geben
Die Lippen sprachen sie nicht aus
ER gab mir doch ein ganzes Leben.

© Christoph Stender
In Lyrik + mehr, Salzburg 2002, Theresienkirche 2002, Walheim 2003 veröffentlicht | Getaggt , | Kommentieren

Flucht-Punkt

Punkt, ein kleiner, fast runder Punkt,
einfach doch nur so etwas wie ein Punkt!

Er war in diesem Augenblick alles,
geteilte Aufmerksamkeit kann er nicht dulden,
es zog in seinen Bann,
und ohne zu wissen war dieser Punkt die Prostitution des Nichts,
dieses Nichts, die Verlogenheit der Leere,
die Leere das Selbstmitleid der Enttäuschung und die Enttäuschung der Irrtum einer Hoffnung.
Zwei Augen starren auf diesen Punkt, gebannt von all dem was dieser Punkt nicht ist und auch nie zu sein vorgab, wie auch!

Es war nur ein Punkt an der Wand, dieser Punkt die Mitte eines Nabels, des Nabels eines kleinen Bauches, des Bauches einer fetten, goldenen Putte, aufgehängt an der Wand vor dunkelblauem Velour, angestrahlt.

Die Putte ist nicht allein, kleine kitschige Sterne geben ihr einen Rahmen, den der Lichtstrahl noch in seiner letzten Kraftlosigkeit übertritt.

Schon geben weitere Lichter einem Raum Konturen. Bewegte Lichtkörper gleiten über den Boden, stoßen in Ecken an, flüchten über Wände, verlieren sich in Spiegeln, um durch den Raum geworfen noch vor den Fenstern zu erlöschen.

Immer wieder huschen bunte Kegel über abgelegte Jacken, tanzen durch die Gläser, spielen in den Wassertropfen auf der Theke und verschwinden in Ritzen und unter Kanten.

Unangekündigt schießen kalte kräftige Lichtstrahlen wie von starkem Arm geworfen durch den Raum, für Sekunden erblinden Augen, um sich wieder zu öffnen, erkennen was für einen Nadelstich verloren.

Blicke halten inne, dann streifen sie Meter um Meter über Stühle, den Tresen und die Tische, weichen den Lichtgeschossen aus, treffen Augen. Sie schauen weg, gucken hin, verstohlen entdecken sie Nasen, Wangen, Münder, Ohren, Haare, steigen hinab bis zu den Füßen, steigen hinauf um den Aschenbecher zu suchen.

Eine Hand erhebt sich mit einem Glas zum Trinkspruch, bereit eine Pilsstange vorsichtig zu berühren vom hellen Klang nicht überrascht. Zwei, drei Sekunden und der Klang ist aufgesogen von Worten, untergegangen in Gesprächen und verhallt in Geräuschen vielerlei Art.

Stimmen werden lauter und wieder leiser, ganz nach dem Diktat von Klang und Bass. Töne jagen durch den Raum, nichts kann sie halten, gleiten an den Wänden vorbei, umwerben Körper, setzen sich fort in bizarrer, mal filigraner Bewegung. Menschen, Lichter, Töne, Worte vermischt ohne zu verschmelzen in dieser Badewanne einiger Stunden Leben, um sich zu verabschieden, einfach nur so zu gehen oder vielleicht auf ein Wiedersehen.

Zwei Augen starren auf diesen Punkt, gebannt von all dem, was dieser Punkt nicht ist und auch nie zu sein vorgab, wie auch!

Aus „Dank Dir auf den Leib geschrieben – Ein Geschenk zum Weiterdenken“ erschienen beim Bergmoser + Höller Verlag, 1999.
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Fronleichnam

Faxbox-Predigt zu Fronleichnam 1999

Wer hätte das gedacht!
Mitten auf der ersten Wirtschaftsseite einer renommierten überregionalen Tageszeitung überrascht neben Artikeln zum Finanzmarkt Lateinamerikas, dem Rentenkassenloch, steigenden Verbraucherpreisen und den Risiken des Online-Bankgeschäftes eine Anzeige mit der Überschrift: „Handkommunion?“

In einem Ambiente von Zahlen, Fakten, Analysen und Börsendaten fällt diese Großanzeige „Handkommunion“ einmal mehr aus der Reihe, zumal sie den Leser vor dem Empfang der Kommunion in die Hand gelegt warnt, da dies unwürdig sei und in keinem Fall der Intention Jesu entspräche. Die Initiatoren dieser Anzeige halten auch nicht mit entscheidungsleitenden Warnungen hinterm Berg, indem sie behaupten, die Kommunionspender, die die Mundkommunion nicht einfordern, begeben sich in die Gefahr der ewigen Verdammnis.

Es ist einfach nur müßig sich an dieser Stelle in die Auseinandersetzung zu begeben, ob die Handkommunion nun würdig oder unwürdig ist. Fakt bleibt: Der kultivierte Mensch benutzt zum Essen seine eigenen Hände und nur einem kranken oder alten Menschen sind beim Essen die Hände eines helfenden Menschen behilflich.

Die Intention dieser Anzeige, da nicht relevant für unseren Glauben, beiseite gelegt, führt diese Anzeige als solche, eingebettet in Wirtschaftsfakten und Bilanzen, den Leser in ein eigenartig anmutendes Szenario, das sich heute in vielen Städten in genau derselben Widersetzlichkeit präsentiert. Denn so bizarr wie sich das Thema Handkommunion in dem Wirtschaftsteil einer Tageszeitung darstellt, so bizarr wirken auch unsere Fronleichnamsprozessionen in einem eher säkularisierten Stadtbild.

An dieser Stelle breche ich den Vergleich zwischen der im Wirtschaftsteil einer Zeitung gestalteten Anzeige zum Thema Handkommunion und den Fronleichnamsprozzesionen in unseren Städten und Dörfern ab. Denn das, was die Menschen in den Prozessionen am Fronleichnamstag bewegt, hat mit der Motivation der Anzeigenschalter nichts zu tun, zumal der Begriff Mut etwas mit den Menschen zu tun hat, die als Zeuge ihres Glaubens auf die Straße gehen, nicht aber damit eine solche Anzeige aufzugeben. Um aber genau dieses Wort Mut soll es heute gehen!

Mut ist ein Wort, das einem Menschen, der Mut beweist, zuspricht etwas zu tun, dass ihn in positiver Weise von anderen Menschen unterscheidet, die das selbe zwar tun könnten, es aber unterlassen, weil ihnen eben der Mut dazu fehlt.

Mut legt ein Christ und eine Christin an den Tag, wenn er in aller Öffentlichkeit sich zu einem Stück Brot bekennt von dem unser Glaube sagt: In diesem Stück Brot gibt sich Gott uns in seinem Sohn Jesus Christus zu essen.

Mut beweist der, der in einer scheinbar erklärbaren Welt singend und betend sich hinter die Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie stellt und so dem Erklärbaren von Welt das Unerklärbare in dieser Welt gegenüberstellt.

Mutig zu nennen ist der Mensch, der sich nicht schämt der Gemeinschaft von Gläubigen sichtbar zuzugehören, von der man zu recht als einer Kirche sprechen kann, die Fehler macht und gemacht hat, die aber viel mehr dem Mensch half und hilft ihr Leben als Geschenk und Chance zu entdecken.

Mut ist dem Menschen in unserer Gesellschaft zuzusprechen, der für seinen Glauben auf die Straße geht und sich nicht scheut ein Demonstrant zu sein für die Menschenfreundlichkeit Gottes und die Botschaft Jesu Christi unser Leben so aus der Hand Gottes anzunehmen, wie wir es in uns spüren und unser Leben so auch zu bejahen.

So mancher von uns wird nun sagen: „Ich bin doch nicht mutig, ich tue was ich für richtig halte, was zu meinem Glauben heute dazugehört, also etwas ganz Normales.“ Zugegeben, für den einen scheint es ganz normal zu sein, Fronleichnam auf die Straße zu gehen, andere aber benötigen etwas Mut für denselben Schritt. Doch bleibt denen zu sagen, die der Fronleichnamsprozession ihr Gesicht geben, sie gehen mutige Schritte!

Aber würden Sie es auch zulassen, ein Demonstrant genannt zu werden? Wir demonstrieren doch den Menschen in unseren Straßen, was uns heilig ist und deswegen für uns auch unaufgebbar bleibt, die Nähe Gottes in Jesus Christus, der sich uns anvertraut in der sichtbaren Gestalt des eucharistischen Brotes, den wir in der Monstranz tragen um ihn zu sehen und zu zeigen.

Wir demonstrieren aber nicht nur den in den eucharistischen Gaben anwesenden Gott in Jesus Christus. Wir demonstrieren so auch einen Lebensgrundsatz, der uns als Christinnen und Christen identifizierbar macht. Dieser Grundsatz lautet: Als von Jesus Christus um einen Tisch eingeladen und versammelt sind wir eingeladen, die zu versammeln, die sich nach mehr sehnen als nur nach dem von Menschen machbaren! Wir versammeln Menschen an einen Tisch, ungeachtet ob sie uns gefallen oder nicht, einfach nur mit der Begründung, weil Gott für jeden Menschen einen Platz an seinem Tisch freigehalten hat und uns bittet, diesen Platz den Menschen anzubieten.

Dieser gemeinsame Tisch, das Gemeinde- und Gemeinschaft-Sein, ist Ort und Prinzip um deren Willen wir demonstrieren. In der Präsentation dieser Orte und der Verwirklichung dieses Prinzips demonstriert Gott für unser Leben und demonstriert er uns sein Heil, das an diesen Orten und in der Entfaltung des uns anvertrauten Prinzips schon spürbar nach dem Reich Gottes schmeckt.

So verstanden sich zu Gott zu bekennen bedeutet schon Mut zu haben. Mut zum Menschen, egal wie er sich mitbringt, weil Gott sich jedem Menschen zumuten will. Mut zur Auseinandersetzung mit anderen Meinungen, Erfahrungen und Kulturen, weil Gott die Pluralität in der Einheit liebt.

Mut zu sich selbst, weil Gott auch uns gerufen hat, damit wir vorkommen wie wir heute sind, auch zur Veränderung fähig.

Mut mit all dem auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren für das, was Gott uns schenkt aber auch für das zu demonstrieren, was wir verwirklichen wollen,oft aber noch nicht geschafft haben.

So werden wir immer Demonstrierende bleiben, die auf das uns Heilige zeigen, auf Gott in Jesus Christus, uns zum Essen nahe in geteiltem Brot.

So werden wir immer Demonstrierende bleiben, die auf das uns Heilige zeigen und selbst gerufen sind, Heil in Menschenfreundlichkeit erfahrbar werden zu lassen.

Für Gott demonstrieren bedeutet: Demonstrant der Menschenfreundlichkeit Gottes zu sein. So teilt sich der Leib Christi uns zu essen geschenkt weiter mit, in dem wir selbst das Brot zum Leben werden.

Diese Ansprache erschien als Faxbox-Predigt des Bergmoser + Höller Verlags.

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Deine zweite eine Haut

Schon wenige Schritte vor dem besonderen Eingang in meine Welt der höher schlagenden Herzen, zollt mein Herz dieser Welt begeistert das entsprechende Tempo. Ein wenig mehr Eile scheint mir sowieso angesagt, denn es gibt Ereignisse, zu denen jeder schon zwei Stunden vor ihrem Eintreffen angekommen meint viel zu spät zu sein. Den Trick mit der klemmenden Türe habe selbst ich schon vor Tagen geschnallt, am Pförtner vorbei, als würden wir uns schon ewig kennen: „Hallo, alles wie gestern“ oder so ähnlich, und ab in das gerade neu eroberte Reich aller Kinder Sehnsucht. Je näher ich mich dem Altar nähere, auf dem immer neu die Welt in all ihren Facetten zelebriert wird, um so schwerer werden die Türen, von denen mich nur noch wenige vom Vorhof der Erfüllung meines Weltentraumes trennen. Nur noch ein Tag, dann hat mein in mir greifbar gewordener Traum auch richtiges Publikum. Aber schon heute, noch zur Probe auf den Beinen, schien mir jeder, der in Dunkelheit eingehüllten Ränge zum Bersten angefüllt mit Augen und Ohren, die nur eines wollten, meinen Traum.

Aber zuerst galt es, auch schon heute mich, diesem gigantischen Geschehen entsprechend, zu verwandeln. Wäre ich blind, meine Nase führte mich den Weg zu den Großen meiner Welt, in die ich mit jedem Schritt tiefer eintauche. Denn das haben wir – und dieses wir möchte ich betonen – gemeinsam, die Aura dieser Düfte und ihr identifikationsstiftendes Wir. Wie sollte ich ahnen, dass auch noch nach vielen Jahren meine Nase diesen Duft gepachtet hat und dass ich nach fast 30 Jahren in Berlin wieder einen Tempel der nie versiegenden Weltenträume betreten würde, diesmal allerdings durch den Haupteingang, und meine Nase sich in unmittelbarer Nähe dessen wähnen würde, dass mich mit 12 Jahren in einen Frosch und einen Prinzen verwandelte. Viel zu früh stehe ich nun vor meiner neuen Haut, sie jetzt aber schon überzustreifen scheint mir gleichbedeutend als Nikolaus verkleidet Weihnachtslieder in die Frühjahrsluft zu singen!

Kantine, sowie diverse Gänge, Ecken und Nischen und nicht zu vergessen die verbotenen Türen, die in dieser mich umhüllenden Welt die fast letzten Abenteuer bergen, bieten ausreichend Abwechslung um die nächste halbe Stunde zu überbrücken, bis dann die erhabenen Figuren meines Traumes so langsam eintrudeln werden. Wie an dem großen Tag, geht auch schon heute der erste Gong, wissend, dass nur noch zwei folgen werden.

Meine zweite Haut und Wahlheimat sitzt wie angegossen. Es kann nur noch Minuten dauern, dritter Gong, die ganze Phantasie dieser zusammengerückten Welt steht in den Startlöchern, wohl verborgen im Schutz der Kulissen. Feinfühlig und doch bestimmt, blinzelt die Spitze des Taktstocks aus dem Orchestergraben. Auftakt! Meine zweite Haut ist machtlos, mein Puls erhebt mich selbst zu seiner Bühne und gibt einfach alles. Wie wenig bin ich, links und rechts schier unendliche Weite, vor mir das gleißende Licht und dahinter all die vielen Leute, die erst morgen kommen werden.

„Wo bleibt der Frosch“ donnerte es aus dem Orchestergraben, der Taktstock macht wie ein Stilett dem Orchester den Garaus und mein ganzer Körper ist der einzige Resonanzboden dieses unerwarteten Schreis. Sonst nur Stille, einfach nur atemlose Stille aus der anderen Welt. Er springt von seinem Dirigentensitz auf und noch einmal fegt seine Stimme eisig über die von keinem Blick zu haltende Weite dieser Bühne, nur mich meinend, „Wo ist der Frosch!“

Es gibt Augenblicke, da ist nur der Frosch gemeint, das ist eine Welt, der Frosch und Satanowsky, mein rasendes Herz und die grazile Energie, die dem Taktstock Leben einhaucht. Für einen Augenblick nur wir zwei. Bruchteile einer Sekunde schreiben Ewigkeit.

„Noch mal ab der 25!“ Keine Ahnung, was das zu bedeuten hatte, nur mir ist klar, letzter Versuch, Generalproben kennen normalerweise keinen zweiten Versuch. Geduldig tragen mich Geigen, die große Harfe und die Flöten auf ihren zärtlichen Wogen auf die Bühne. Der Frosch öffnet seinen Mund. Klare Töne. „Ja nimmt mir der Gevatter nicht für ungut, dass ich altmodisch bin…“

Ich bin der kleine Frosch mit der großen Stimme, in der unendlichen Weite meiner Welt und nur einem einzigen, aber todsicherem Gefühl: Der Taktstock mag mich! Mein Auftritt scheint mir jetzt nur eine knappe Sekunde, er war länger, ein paar Sekunden, sogar Minuten, das ist nachlesbar! Mein Herz hat sich vergessen, nur dieser Duft, sie wissen, der uns gemeinsam ist. Meine Haut, ob erste oder zweite, klatschnass. Meine Oma auch, nur morgen, bei der Premiere, vor Aufregung und vom Klatschen: Welch ein Frosch, geküsst von ihm, ein Prinz, für Sekunden die nun schon 30 Jahre dauern.

Am Pförtner vorbei als hätten wir uns noch nie gesehen, auch jetzt nicht, um dann in Zukunft von diesen verlogenen Haupteingängen der Theater dieser Welt benutzt zu werden, degradiert zum Bezahlen einer Welt, die wir nicht einmal sehen, geschweige den riechen, Schatten höherschlagender Herzen.

Herzklopfen, die Furcht zu spät zu kommen, nicht jeder Eingang führt in eine andere Welt und vor allem eine Haut, deine zweite eine Haut, du Frosch, mein Prinz.

Aus „Dank Dir auf den Leib geschrieben – Ein Geschenk zum Weiterdenken“ erschienen beim Bergmoser + Höller Verlag, 1999.
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